Zuletzt deuteten alle Gerüchte auf eine Vorstellung der Zambezi FX CPUs am heutigen Tag hin. Diese Gerüchte sollten sich bewahrheiten, denn so hat AMD die ersten CPUs auf Basis der Bulldozer-Architektur offiziell vorgestellt.
Diese Architektur hat AMD bereits vor knapp vier Jahren erstmals angekündigt und stellt eine völlige Neuentwicklung dar. Hervorzuheben ist hierbei vor allem das „Core Multithreading“-Konzept (kurz CMT) von AMD. Dieses Konzept unterscheidet sich deutlich vom bekanntem SMT von Intel, bei dem pro Kern 2 Threads ausgeführt werden können. Das wichtigste an CMT ist das neue “Modul”-Konzept von AMD. In einem Modul befinden sich zwei unabhängige Integerkerne, die jeweils einen eigenen L1D-Cache haben. Dafür müssen sich die Threads aber die Fetch- und Decoder-Einheiten teilen, dabei ist die erste für das Holen der Befehle und die zweite für das Dekodieren in Maschienencode zuständig. Die Gleitkomma-Einheit (FPU) kann entweder von einem Thread komplett genutzt werden oder zwischen zwei Threads aufgeteilt werden. Der Vorteil dieses Verfahren ist, dass mit einem überschaubarem Mehraufwand an Transistoren die Performance stark gesteigert werden soll. Allerdings wirft dieser Ansatz auch neue Probleme auf, so ist es deutlich wichtiger die Programme für AMDs neues CMT-Konzept anzupassen.
Ein weiteres Problem ist das AMD Marketing. AMD bewirbt die Highendmodelle als “8 Kern” CPUs. Dies ist streng genommen aber nicht korrekt, da nur 8 Integereinheiten vorhanden sind. Besser wäre es, wenn AMD die CPUs als 4 Kern/Modul CPU mit CMT bewerben würde. Dies bedeutet gleichzeitig, dass Nutzer sich nicht durch die reine Maximalzahl an Kernen blenden lassen sollten. Eine “6 Kern” Zambezi CPU ist, mit Blick auf die vorhanden Einheiten, nicht mit einer 6 Kern Phenom II CPU vergleichbar.
Einige weitere Neuerungen gibt es beim Featureset der CPUs. So bietet AMD neben SSE3, SSE4.1, SSE4.2, AVX und AES-Beschleunigung vor allem auch FMA4 und XOP. Für die letzten genannten Features gibt es (zumindest im Desktopbereich) aber noch keine Anwendungen.
Zum Start der neuen Architektur bietet AMD vier Modelle. Zwei mit 4 Modulen, eines mit 3 Modulen und ein Modell mit zwei Modulen. Alle vier Modelle sind bereits bei deutschen Händlern gelistet, aber noch nicht verfügbar.
| Modell | Module/Integer-Kerne | Takt | Maximaltakt mit Turbo | L2/L3 Cache | TDP | Preis ab |
| AMD FX-81850 | 04.08.11 | 3.6 GHz | 4.2 GHz | 2 MB pro Modul/ 8 MB shared | 125 W | 229,50 € |
| AMD FX-8120 | 04.08.11 | 3.1 GHz | 4.00 GHz | 2 MB pro Modul / 8 MB shared | 95 / 125 W | 190,35 € |
| AMD FX-6100 | 03.06.11 | 3.3 GHz | 3.90 GHz | 2 MB pro Modul / 8 MB shared | 95W | 162,22 € |
| AMD FX-4100 | 02.04.11 | 3.6 GHz | 3.8 GHz | 2 MB pro Modul / 8 MB shared | 95 W | 114,06 € |
Wie üblich, gibt es pünktlich zum Start auch eine Reihe an Reviews der neuen Modelle. Diese bestätigen im Prinzip die Benchmarks die zuletzt im Umlauf waren. So haben die neuen Modelle bei der Singlethreadperformance massive Probleme. Hier ist die Leistung häufig deutlich schlechter als bei den Phenom II X4 CPUs und somit auch hinter den Sandy Bridge CPUs von Intel. Punkten kann die neue Architektur aber bei vielen Anwendungen, die stark parallelisiert sind. Hier kann der FX-8150 stellenweise sogar den Intel 2600(k) schlagen. Auch bei der Leistungsaufnahme zeigt sich ein gemischtes Bild. Während die Modelle im Idle gute Ergebnisse liefern, ist die Leistungsaufnahme unter Last sehr hoch.
Hier ein kurzer Überblick über einige Review:
Tags: AMD, Bulldozer, CPU, Zambezi



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[...] Die FPU lässt sich entweder als eine 256 Bit breite Einheit, oder zwei 128 bit breiten Einheiten nutzen. Zusätzlich teilt sich ein Modul 2 MB L2 Cache. Nähere Details zu der Architektur findet Ihr hier. [...]