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Noctua NH-U9 Heatpipe CPU Kühler
wurde eingetragen von ASRock_USer am 07.08.2006 um 17:43 Uhr und bisher 703 mal gelesen.
Beschreibung:

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Noctua NH-U9 Heatpipe CPU Kühler

Heatpipekühler in Perfektion?

Designed in Austria, so steht es auf der Verpackung. Na und? Ist das jetzt gut oder schlecht?

Gestolpert bin ich über diesen Kühler, als ich vor wenigen Tagen auf der Suche nach einem ordentlichen Ersatz für den boxed Kühler meines X2-3800 im Internet die Preisliste eines lokalen Ladens durchforstete. "Noch nie gehört... kann der was?" fragte ich mich und begab mich kurzerhand auf Google Tour um etwas mehr über das Ding in Erfahrung zu bringen. Schnell waren ein paar Berichte gefunden, die sich unisono sehr positiv über diesen Kühler und vor allem seinen größeren Bruder, den NH-U12, äußerten. Den hätte es in dem Laden zwar auch gegeben, aber er hätte unmöglich in mein schäbiges, kleines Gehäuse gepasst. Noctua verkauft seine Kühler ohne Lüfter, was mir aber sehr recht ist, denn ich habe noch einen passenden Papst Variofan in meinem PC-Teile Sammelsurium übrig und muß dafür nicht auch noch einen Lüfter mitbezahlen, bei dem sich dann am Ende herausstellt, daß er vielleicht doch nicht so laufruhig ist wie man zuvor gelesen hatte. Kurz und gut, auf die allerletzte Minute vor Ladenschluß noch schnell eingekauft und wieder raus aus dem Stadtzentrum, bevor man von der großen Welle des Berufsverkehrs verursacht zum Einkauf auch noch schlechte Laune nach Hause mitbringt.

Impressionen des Noctua NH-U9

Der erste Eindruck:

Daheim angekommen, gleich mal aufmachen und reinschauen, und bereits bevor ich den Kühlkörper selbst zu sehen bekomme ist mir klar, daß ich es hier mit einem Produkt aus der Schmiede von Perfektionisten zu tun habe. Das Handbuch das im Karton zuoberst untergebracht ist, wenn auch sehr klein geraten, ist in vier Sprachen verfasst, durchgehend Vollfarb-Glanzdruck und gebunden! So etwas habe ich im Bereich PC Zubehör schon lange nichtmehr erlebt, und es weckt natürlich große Erwartungen an die Qualität des Produktes selbst. Und ganz genau so uneingeschränkt positiv bleibt mein erster Eindruck erhalten während ich mich durch die 3 Ebenen des Inhalts bis auf den Boden des Kartons hinunterarbeite.

Der zweite Eindruck:

Der Kühlkörper selbst wie auch das dazugehörige Installationsmaterial wirken rundherum hochwertig und durchdacht. Die Lammelen des Kühlers sind entgratet und man wird sich ohne etwas Schwung und Dummheit sicher nicht daran verletzen können. Der gesamte Kupferfuß des Kühlers ist glanzpoliert und man kann außer an den Heatpipes quasi keine Bearbeitungsspuren erkennen. Die Lamellen sind allesamt einzeln mit jeder der Pipes verlötet um den Wärmeübergang zu verbessern, was bei 38 Lamellen und zwei Enden von vier Dual-Heatpipes insgesamt 304 Lötstellen im Dienste der Kühlung ergibt. Das entspricht meiner Vorstellung von guter, effizienter Bauweise und weiß zu gefallen.

Allerdings schreckt die Vielzahl der Einzelteile des Installationszubehörs auf den ersten Blick ein wenig ab, und auch bei näherer Betrachtung des kleinen Handbüchleins bleibt noch das eine oder andere Stirnrunzeln, denn die Unterschiede in den Vorgehensweisen für die verschiedenen Sockel sind etwas unklar. Hinweise in Klammern auf andere Teile für andere Sockel tauchen in allen möglichen Abschnitten auf, obwohl das beschriebene Prozedere für Intel und AMD Boards nicht dasselbe ist und später nochmal separat beschrieben wird.

Alles klar? Stimmt, ging mir genauso. Sehschwache sollten ihre Brille bereithalten, die Bilder sind sehr klein. Wirklich wichtig war dann für mich in der Anleitung letzten Endes das Bild und die Beschreibung der Teile, die für den K8 Sockel benötigt werden. Eine Minute der Betrachtung dieser Teile offenbarte mir dann ganz von selbst, wie sich das Puzzle zusammenfügen sollte. Für jemanden, der noch nie einen PC gründlich zerlegt und wieder zusammengebaut hat, könnte es allerdings ein wenig verwirrend werden.

Der dritte Eindruck:

Passgenauigkeit in jedem Detail. Deutlich weniger Gewicht als viele andere Kühlerkonstruktionen, die in Punkto Effizienz gleichziehen wollen. Ein einfacher Ansatz auf einem Konzept, das zwar nichtmehr ganz neu ist, aber wohl noch nie so konsequent qualitativ umgesetzt wurde. Design follows function. Bravo, da hat jemand in der Uni aufgepasst. Die Montage mit den Druckfedern, die es selbst dem letzten Grobmotoriker unmöglich macht, die CPU mitsamt Sockel und der darunterliegenden Platine in die Backplate formzupressen; stattdessen sitzt der Kühler mit wohldosierter Spannung auf der CPU ohne am Ende das geringste bißchen zu wackeln, und belastet dabei die Platine eindeutig weniger als der boxed kühler, den AMD selbst anbietet.

Jetzt, da ich den ersten dieser Art verbaut habe, würde ich am liebsten gleich nochmehr davon verbauen, so sehr freue ich mich über die Präzision mit der sich alles zusammenfügt. Und das um 4:30 Uhr in der Nacht. Mehr kann man dazu wohl nicht sagen.

Temperaturtest

Testsystem:

  • AMD X2-3800
  • Gigabyte GA K8NF-9 (Bios F-11)
  • 2x 512MB Corsair (TwinX) CMX 3200 C2
  • HIS Radeon X1600XT IceQ Turbo
  • Seasonic S12 430W
  • 1xPapst 4412 F/2GL (12cm Lüfter@1000rpm in der Seitenwand)
  • 1xArctic Cooling Case Fan TC (auf der Rückseite)

das ganze in einem wirklich kleinen, alten Gehäuse eines "Fujitsu T-Bird" P3-500 vom Mediamarkt

Die beiden Kühler:

AMD boxed Cooler (kennt jeder)

Noctua NH-U9 (mit Papst "Variofan" 3412 NGMV 92mm, Thermosensor zwischen den untersten Lamellen direkt an den Heatpipes platziert)
Die technischen Details des Kühlers auf der Homepage des Herstellers:
http://www.noctua.at/main.php?show=productview&products_id=2&set=1

Hinweis zum verwendeten Papst Variofan:

  • thermischer Regelbereich: min@30°C ~ max@50°C*
  • Lautstärke: 14-28dbmax. Volumenstrom: 72m³/m
  • Spannungsbereich: 8-14V*

*(Anm.: bei einem Test @5V griff die therm. Regelung nichtmehr)

Testergebnisse:

Legende:
  1. Idle1: CnQ aktiv
  2. Idle2: CnQ deaktiviert
  3. Last1: single threaded (1 Instanz Prime95)
  4. Last2: multi threaded (2 Instanzen Prime95)

Hinweis zu den Testbedingungen:

Die Raumtemperatur während der Tests lag mit Schwankungen von ca. +/-1 bei 24°C und somit rund 3 Grad über der eines gewöhnlichen Haushalts.

X2-3800 (Standardtakt 2.0GHz):

Frequenz Vcore Boxed@Full Speed Noctua NH-U9 Papst 92mm temperaturgesteuert Temp. Differenz Noctua NH-U9 Papst 92mm @7V
Idle 1 200x4 1,1V 26 25 ° -1 ° 25 °
Idle 2 200x10 1,4V 28 27 ° -1 ° 27 °
Last 1 200x10 1,4V 42 38 ° -4 ° 39 °
Last2: 200x10 1,4V 51 44 ° -7 ° 45 °

X2-4600 (getaktet auf 2.4GHz)

Frequenz Vcore Boxed@Full Speed Noctua NH-U9 Temp. Differenz Noctua NH-U9 Papst 92mm @7V
Idle 1 240x4 1,1V 27 26 ° -1 ° 26 °
Idle 2 240x10 1,4V 28 27° -1 ° 28 °
Last 1 240x10 1,4V 46 41° -5 ° 43 °
Last2: 240x10 1,4V 57 48 ° -9 ° 49 °

Bewertung der Ergebnisse:

Man sieht deutlich, wie unter normalen Umständen, wie der Belastung mit nur einem Thread (typisch für die große Mehrzahl von Spielen), auch der boxed Kühler dank der ordentlichen Gehäuselüftung noch ausreicht. Allerdings geht bei voller Belastung beider Kerne die Temperatur bereits trotz der vielen frischen Luft im Gehäuse mit 51 Grad in einen Bereich, der mir nurnoch sehr wenig Spielraum für ein gutes Gewissen lässt, wenn der Sommer erstmal richtig warm wird. Und die 57 Grad bei übertaktetem System bedecken wir lieber gleich mit einem Mäntelchen des Schweigens.

Ganz anders sieht es da mit dem jungen Österreicher aus, der das Doppelfeuer unter seinem kupfernen Hintern ganz gelassen plattsitzt und sich sogar unter Volllast beim übertakteten Testlauf klar unter der 50er Marke aufhält. Dabei ist der Lüfter noch garnicht richtig ausgefahren, schließlich wird der von seinem Temperaturfühler ausgebremst und geht somit eindeutig leiser zu Werke als der boxed Kühler. Fairerweise hätte ich also den Thermistor überbrücken müssen, dann allerdings gibt auch der Papst mächtig Schub und ist alles andere als "silent", daher lasse ich das. Die Temperaturdifferenzen dürften dabei nochmal deutlich größer werden, insofern ist dieser Kühler mit einem entsprechenden Lüfter bestückt, sicher nicht nur für Freunde leiser Rechner, sondern auch für Overclocker sehr interessant.

Meine letzte Testreihe habe ich mit 7 Volt durchgeführt und werde das wohl auch als langfristige Einstellung beibehalten, da sie sich m.M. als sinnvollste Balance zwischen Lautstärke und Kühlleistung qualifiziert hat.

Fazit

Eine ganze Menge Eindruck hat er gemacht, dieser Kühler. Er selbst ist vermutlich am Ende all dieser Tests der einzige, der unbeeidruckt genau das tut, was er soll: kühlen Kopf, beziehungsweise CPU bewahren, und das mit einem X2 gleich doppelt. Der Sommer kann kommen, und ich bin zuversichtlich daß die extreme Hitze, die in meiner Dachwohnung schon früher anderen Rechnern zum Verhängnis wurde, meinem neuen Schätzchen nichts anhaben können wird.

Es wäre vielleicht kein Fehler, das Handbuch nochmal zu überarbeiten, die Bilder etwas größer zu machen, und die Installationsschritte für die einzelnen Sockel klarer voneinander zu trennen. Aber das schmälert die Wirksamkeit dieses exzellenten Kühlers in keiner Weise.

Wer ein breiteres Gehäuse hat als das von mir verwendete (also vermutlich fast jeder), und auf der Suche nach der Spitze ist, der sollte sich unbedingt mal den NH-U12 ansehen, denn dieses ganze Review bezieht sich ja nur auf dessen kleinen Bruder!

PS:
...und um nochmal darauf zurückzukommen, ob es gut oder schlecht ist aus Österreich zu kommen kann ich nur sagen: wenn die jetzt noch genauso gut Fußball spielen lernen wie sie das mit diesen Kühlern hinbekommen haben, dann wandere ich aus und werde einer von denen. *g*

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Euer Stony

Tester und Autor: SirStony

Layout: ASRock_USer






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